Dreimonats-Koliken



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Die sogenannten Drei-Monats-Koliken treten in den ersten drei Lebensmonaten des Babies auf, was ihnen den Namen eingebracht hat.

Etwa ein Drittel aller Babies in den Industrieländern leidet unter den Dreimonatskoliken.

Diese Babies schreien vor allem in den Abendstunden über mehrere Stunden und sind kaum zu beruhigen.

Weil die meisten dieser Babies einen prall gespannten Bauch haben und ihre Beinchen krampfhaft anziehen, nahm man lange Zeit an, dass die Ursache für die Schreiattacken Blähungen seien. Das hat den Dreimonats-Koliken auch den zweiten Teil des Namens eingebracht. Doch inzwischen hat man herausgefunden, dass auch nichtschreiende Babies in diesem Alter Blähungen haben.

Für die Dreimonats-Koliken musste also eine andere Ursache gefunden werden. Viele Theorien zur Ursache der abendlichen Schreistunden wurden formuliert, doch keine konnte die ganze Bandbreite der Problematik erklären.

Inzwischen vermuten erfahrene Kinderärzte, dass mehrere Faktoren zusammenkommen müssen, damit es zu Dreimonatskoliken kommt. Der wesentlichste Faktor ist wohl die Tatsache, dass menschliche Kinder eigentlich unreif geboren werden (siehe Seite 49). Sie brauchen drei Monate, um sich an das Leben außerhalb des Mutterleibs anzupassen. In dieser Zeit geht es ihnen am besten, wenn sie sich fast so geborgen wie im Mutterleib fühlen. Auf dieser Erkenntnis basiert die Beruhigungsmethode des Kinderarztes Dr. Karp (siehe Seite 74).

Weitere Faktoren, die die Entstehung von Dreimonats-Koliken begünstigen sind: Sensibilität, Temperament, Reizüberflutung, Verlassenheitsängste, eventuell starke Verdauungprobleme durch Allergien (Seite 77), Magenpförtner-Krampf (Seite 89) oder Reflux (Seite 97).

Wann zum Arzt: Bei ausgiebigen Schreiattacken, mit denen man selbst nicht klar kommt.

Schulmedizin: Je nach vermuteter Ursache.

Selbstbehandlung: 5-S-Methode von Dr. Karp (siehe Seite 74), alle anderen Beruhigungsmethoden (siehe Seite 63).




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